Fachinformationssystem

Das Fachinformationssystem des Kompetenzzentrums besteht zum einen aus einer Informationssammlung zum Thema hochwasserangepasstem Planen und Bauen und zum anderen aus einer Schlagwortsuche, bei der ausgewählte Literatur im Zusammenhang mit dem jeweiligen Schlagwort bereitgestellt wird. 

Als Grundlage für die Gefährdungsanalyse dienen die Hochwassergefahren und -risikokarten. Diese können im Internet unter folgenden Adressen bezogen werden:

Luxemburg: http://geoportail.lu

Rheinland-Pfalz: http://www.hochwassermanagement.rlp.de

Saarland: http://geoportal.saarland.de

In der Rubrik „Hochwasserangepasstes Planen“ werden am Anfang die gesetzlichen Bestimmungen zu festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten näher erläutert. Dabei sollen sowohl die gesetzlichen Regelungen in Deutschland als auch in Luxemburg berücksichtigt werden. Zudem wird auf die jeweiligen Gesetzestexte verwiesen, damit Interessierte die Regelungen nachlesen können. Anschließend werden die Möglichkeiten der Hochwasservorsorge in der Raumordnungsplanung und der Bauleitplanung erläutert. Auf der Ebene der Raumordnungspläne spielt dabei die Festlegung von Zielen und Grundsätzen der Raumordnung und die jeweilige Ausgestaltung durch Vorrang- und Vorbehaltsgebiete eine wichtige Rolle. Die Informationen zur Hochwasservorsorge in der Bauleitplanung werden weiter untergliedert in die Möglichkeiten der Hochwasservorsorge in der Flächennutzungsplanung und der Bebauungsplanung. Im Einzelnen wird darauf eingegangen, welche Darstellungen und Kennzeichnung im Flächennutzungsplan bzw. welche Festsetzungen im Bebauungsplan in Bezug auf die Hochwasservorsorge möglich sind. Abschließend wird in der Rubrik „Hochwasserangepasstes Planen“ die Zulassung von Einzelvorhaben in festgesetzten bzw. vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten thematisiert, da auch in häufiger überschwemmten Gebieten, nach stadtplanerischen Gesichtspunkten, eine Vielzahl neuer Gebäude entstehen können. Dies ist wiederum darauf zurückzuführen, dass Baulücken und Brachflächen im Innenbereich bevorzugt genutzt werden sollen, um Siedlungen kompakt zu halten und so möglichst viel Freiraum im Außenbereich zu erhalten. Daher besteht im Innenbereich ein grundsätzliches Baurecht, welches nur in Ausnahmefällen eingeschränkt werden darf. Aus diesen Gründen ist der kumulative Schadenszuwachs durch Einzelvorhaben insgesamt größer als die Schadensverminderungsmaßnahmen, weshalb diese im Einzelnen betrachtet werden.

Die Rubrik „Hochwasserangepasstes Bauen“ beinhaltet sowohl die Verletzbarkeit von Gebäuden und Infrastrukturanlagen durch Hochwasser als auch die Strategien der Bauvorsorge. Dabei werden die folgenden Beeinträchtigungen bzw. Schäden am Gebäude durch Hochwasser behandelt: 

  • Feuchte- und Wasserschäden an Gebäuden und deren Inhalt
  • Beeinträchtigung der Gebäudenutzung (bei Wohngebäuden v.a. durch starke Einschränkung der Versorgung, bei Gewerbe- und Industriebetrieben v.a. durch eine Unterbrechung der wirtschaftlichen Tätigkeiten)
  • Gefährdung der Standsicherheit des Gebäudes durch Auftrieb- und Wasserdruckkräfte sowie Baugrunderosion
  • Kontamination durch wassergefährdende Stoffe wie z.B. Heizöl
  • Schäden am Gebäude durch Anpralllasten von Strömung und Treibgut

Diese typischerweise durch Hochwasser auftretenden Schäden an Gebäuden werden im Einzelnen erläutert. Darauffolgend werden mögliche Gegenmaßnahmen durch die Vorstellung der Strategien der Bauvorsorge dargestellt. Es wird zwischen den drei Strategien „Ausweichen“, „Widerstehen“ und „Anpassen“ unterschieden.

Die Unterteilung in diese drei Strategien der Bauvorsorge entspricht dem aktuellen Stand der Technik, der in dem Entwurf des DWA-Merkblattes „Hochwasserangepasstes Planen und Bauen“, welches voraussichtlich im Januar 2015 veröffentlicht wird, festgeschrieben wurde.

Die Strategie des Ausweichens bietet den besten Schutz vor Hochwasser. Dabei wird entweder schon bei der Planung eines Gebäudes auf den Bau an einem hochwassergefährdeten Standort verzichtet oder dieser Standort durch die Anordnung auf einer Anhöhe oder auf Stelzen geschaffen. Weitere Möglichkeiten dem Hochwasser auszuweichen bietet der Verzicht auf Unterkellerung, die Höherlegung einzelner Gebäudeteile und die Verlagerung von hochwasserempfindlichen Nutzungen in höhere Etagen im Gebäude. Die Maßnahmen, die innerhalb der Strategie des Ausweichens getroffen werden können, werden in der Rubrik „Hochwasserangepasstes Bauen“ näher erläutert.

Das Widerstehen soll verhindern, dass Wasser in das Gebäude eindringt. Dabei müssen alle möglichen Eindringpfade des Wassers ins Gebäude berücksichtigt werden. Durch die Abschottung des Gebäudes entstehen jedoch wiederum Wasserdruck- und Auftriebskräfte, die zu Schäden am Gebäude wie z.B. Risse, Setzungen (gleichmäßig oder partiell), Beschädigung von Versorgungs- und Entsorgungsleitungen oder Einsturz führen können. Diese möglichen Auswirkungen auf ein Gebäude gilt es bei der Strategie des Widerstehens unbedingt zu verhindern. Dazu werden in der Rubrik „Hochwasserangepasstes Bauen“ auf der Homepage des Kompetenzzentrums Hinweise für Hochwasserbetroffene zur Verfügung gestellt.

Beim Anpassen wird versucht mit dem Wasser zu leben, anstatt das Wasser vom Gebäude fernzuhalten. Dazu wird das Wasser bewusst in das Gebäude eingelassen und durch eine angepasste Bauweise Schäden bei der Überflutung des Gebäudes zu minimieren. In der Strategie des Anpassens werden Hinweise gegeben zu geeigneten Baustoffen und zum Umgang mit Inventar und der technischen Gebäudeausrüstung. Weiterhin spielt das Sichern wasser- und umweltgefährdender Stoffe beim Anpassen eine wichtige Rolle, wobei dies auch in allen anderen Strategien umgesetzt werden sollte.

Des Weiteren umfasst das Fachinformationssystem eine Schlagwortsuche, in der Fachliteratur zu den jeweiligen Schlagworten aufgeführt wird, sodass Interessierte eine Mittel zur Verfügung steht, sich detailliert über bestimmte Themengebiete zu informieren. Sie wurden ausgewählt, da diese Themen auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes von besonderer Relevanz sind.