Was bringt der Klimawandel?

Rechtsgrundlagen:

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) regelt in § 6 (1), das Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften. Darüber hinaus regelt § 6 (1) Satz 5 explizit, das durch die Bewirtschaftung der Gewässer den Folgen des Klimawandels vorzubeugen ist.

Bei der Bewertung des Hochwasserrisikos nach § 73 WHG und der Bestimmung der Gebiete mit signifikanten Hochwasserrisiko; sognannte Risikogebiete ist den voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Hochwasserrisiko Rechnung zu tragen.

Auf Basis der Hochwassergefahrenkarten und der Hochwasserrisikokarten werden nach § 75 WHG Hochwasserrisikomanagementpläne (HWRM-Pläne) erstellt, deren Inhalte regelmäßig unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Hochwasserrisiko zu überprüfen und erforderlichenfalls zu aktualisieren sind.

Die Wasserwirtschaftsverwaltungen der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern führen zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst deshalb bereits seit über 10 Jahren Untersuchungen im gemeinsamen Kooperationsvorhaben „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) durch. Mit KLIWA berücksichtigt die Klimaschutzpolitik des Landes einen wichtigen Baustein der vorausschauenden Daseinsvorsorge. KLIWA hat sich neben der Hochwasserproblematik auch den Themenbereiche Niedrigwasser, Grundwasser und Gewässerökologie angenommen. Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt ist die mögliche Änderung heftiger Kurzzeitniederschläge, die lokale Überschwemmungen verursachen können. Dies stellt auch die kommunalen Entwässerungsnetze vor vermehrte Probleme. Informationen über KLIWA können auf der Homepage (http://www.kliwa.de) abgerufen werden. Es stehen umfassende Berichte und Publikationen über Ergebnisse und Arbeitsweisen bereit.

Als erstes Bundesland hat Rheinland-Pfalz ein Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen eingerichtet, das die vielfältigen Forschungen und Monitoringprogramme zusammenführt und für Transparenz, Information und Beratung über die Folgen des Klimawandels zuständig ist.

Im Rahmen der Zusammenarbeit in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und den Internationalen Kommissionen zum Schutze der Mosel und der Saar (IKSMS) erfolgen ebenfalls Untersuchungen zu Auswirkungen und Konsequenzen aus dem Klimawandel für das internationale Rheineinzugsgebiet unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus KLIWA.

Für das Rheineinzugsgebiet werden durch die IKSR-Expertengruppe (EG) Klima unter Berücksichtigung von Modellrechnungen die Auswirkungen möglicher Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt anhand der verfügbaren Klimaszenarien mit dem Ziel der Ermittlung der künftigen Entwicklung von Hoch- und Niedrigwasser (sowie die Auswirkungen auf die Wassertemperatur des Rheins) abgeschätzt.

Ergänzt wird diese Analyse um die Ergebnisse aus laufenden Arbeiten u. a. der Internationalen Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR). Weitergehende Informationen über die IKSR sind unter http://www.iksr.de abrufbar. Parallel zu den Arbeiten der IKSR laufen Untersuchungen im Mosel- und Saareinzugsgebiet. Hier sind weitere Informationen unter http://iksms-cipms.org abrufbar. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat 2018 einen Ausschuss Klimawandel eingerichtet. In diesem werden Fragestellungen zum Klimamonitoring, den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft, Handlungserfordernisse und die fachliche Begleitung der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) unter Einbeziehung aller Bundesländer und der Bundesrepublik bearbeitet.