Hochwasser-Gebäudecheckliste

Die Hochwasser-Gebäudecheckliste ist ein Hilfsmittel zur Einschätzung des eigenen Hochwasserrisikos.

In einer Systematischen Abfolge werden Fragen zur Lage, Bausubstanz, Ausstattung und Nutzung eines Gebäudes abgefragt. Die Fragen sind in vier Fragenkomplexe unterteilt, die die unterschiedlichen Themen für die Erstellung einer Gebäudecheckliste abdecken.

  • Allgemeine Angaben zur Gefährdung
  • Vulnerabilität: Nutzung und Schäden
  • Gewerbliche Nutzung
  • Vorhandene technische Gebäudeausrüstung

Bei den Fragentypen handelt es sich um einfache Abfragen, Fragen nach einem bestimmten Wert und Multiple Choice Fragen.

Bei einfachen Fragen besteht die Antwortmöglichkeit aus „trifft zu“ und „trifft nicht zu“ oder „ja“ und „nein“.
Offene Fragen, zum Beispiel zum Gewässernamen, werden als Freitext beantwortet.
Multiple Choice Fragen bieten mehrere vorgegebene Antwortmöglichkeiten, je nach Frage werden diese durch die Angabe einer freien Antwort ergänzt. 

Ziel des Hochwassergebäudepasses ist es, Hausbesitzer in der Bestimmung des Hochwassersrisikos für ihre Immobilie zu unterstützen und durch die systematische Aufstellung weiter mögliche Maßnahmen zur Risikoreduzierung zu identifizieren. 

Im Folgenden  finden Sie den Fragebogen mit Erläuterungen. Diese Erläuterungen dienen als Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens, den sie hier herunterladen können.

 

Allgemeine Angaben zur Gefährdung

Der Fragenkomplex „Allgemeine Angaben zur Gefährdung“ beinhaltet Fragen zur Gefährdung des Gebäudes in der Vergangenheit und dem Status Quo. Im ersten Teil werden Fragen zu potentiellen Hochwassergefahren und bisherigen Erfahrungen gestellt.

Hochwassergefahrenkarten

1.1. Liegt Ihr Gebäude in der Nähe eines Fließgewässers oder in einem Flusstal?

 

1.2. Gibt es Hochwassergefahrenkarten für den Standort Ihres Gebäudes?

Hochwassergefahrenkarten sind eine Anforderung der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie und beinhalten Informationen über die Ausdehnung der Überflutungsflächen, den dazugehörigen Überflutungstiefen und strömungsbedingte Gefährdungen, sowie die Lage von Hochwasserschutzeinrichtungen. Diese Informationen werden in Rheinland-Pfalz für jeweils 3 Hochwasserszenarien bereitgestellt.

  1. häufige Hochwasser (HQ10 = ein Hochwasser welches statistisch alle 10 Jahre auftreten kann)
  2. mittlere Hochwasser (HQ100 = ein Hochwasser welches statistisch alle 100 Jahre auftreten kann)
  3. extreme Hochwasser (HQextrem = das als höchst möglich erachtete Hochwasser)

Die Hochwassergefahrenkarten können im Internet bezogen werden:

Luxemburg: http://map.geoportail.lu

Rheinland-Pfalz: http://www.hochwassermanagement.rlp.de

Saarland: http://geoportal.saarland.de

Hochwassergefahrenkarte HQ100 für Bad-Münster am Stein-Ebernburg

1.2.1. Von welchem Hochwasserereignis ist Ihr Gebäude betroffen?

Abhängig von der Jährlichkeit der entsprechenden Hochwasser, von denen das Gebäude betroffen ist, lässt sich eine einfache Aussage über die Wahrscheinlichkeit einer negativen Beeinträchtigung des Gebäudes durch Hochwasser treffen.

Je größer die Wahrscheinlichkeit des Hochwassers, desto häufiger ist das Gebäude betroffen.

Hochwasserbetroffenheit

Hochwasserszenario  

Betroffenheit

HQ10

Ja/Nein

HQ100

Ja/Nein

HQextem

Ja/Nein

 

1.2.2. Welche Wassertiefen werden angezeigt?

Hochwasserszenario

Wassertiefe

HQ10

_______ m

HQ100

_______ m

HQextrem

_______ m

 

Anhand der Färbung der Überschwemmungsbereiche in den Hochwassergefahrenkarten lassen sich die Wassertiefen ablesen. Die Wassertiefen ohne und vor Hochwasserschutzanlagen werden in den Blautönen dargestellt. Die rötlichen Farben geben die  Wassertiefen nach einem möglichen Versagen der Hochwasserschutzanlagen an.

Die Wassertiefen sind wichtig für die Aussage über die Häufigkeit der Betroffenheit, sowie über die ungefähren Drucklasten auf ein Gebäude. Dies ist entscheidend für die Auswahl der geeigneten Bauvorsorgestrategie.

Bisherige Erfahrungen mit Hochwasser

1.3. Gab es in der Vergangenheit Hochwasserereignisse, die ihr Haus betroffen haben?


1.3.1. Ist Ihnen die Jährlichkeit des höchsten Hochwassers bekannt?

1.3.2. Wie hoch war der Wasserstand am bzw. im Gebäude?

________ m

Für eine bessere Abschätzung der Wasserhöhen in Abhängigkeit der Jährlichkeit des Hochwassers können diese Aussagen mit berücksichtig werden. Hierbei ist insbesondere bei weiter zurückliegenden Hochwassern zu berücksichtigen, ob in der Zwischenzeit Hochwasserschutzeinrichtungen errichtet wurden, die sich auf das betroffene Gebäude auswirken.

1.4. Liegt Ihr Gebäude in einem durch Hochwasserschutzanlagen geschützten Bereich?

Zu den Hochwasserschutzeinrichtungen gehören  Deiche, Mauern sowie teilmobile Hochwasserschutzeinrichtungen, wie beispielsweise Dammbalkensysteme.

Jede Hochwasserschutzeinrichtung funktioniert nur bis zu ihrem Bemessungshochwasserstand. Danach wird sie überspült. Weiterhin kann auch jede Hochwasserschutzeinrichtung versagen!

Es darf daher besonders hinter Schutzanlagen nie von einem absoluten Schutz ausgegangen werden. Es muss bei allen Vorsorgemaßnahmen ein mögliches Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen mit in die persönliche Planung und Vorsorge einkalkuliert werden.

1.5. Besitzt ihr Gebäude einen Keller?

Bei Hochwasser geht die größte Gefahr für Keller vom steigenden Grundwasserspiegel aus. Dabei sind bei steigendem Grundwasserspiegel zwei verschiedene Kräfte, welche mit steigendem Wasserspiegel größer werden, zu berücksichtigen: die vertikale Auftriebskraft, welche auf die Bodenplatte wirkt, und die horizontalen Kräfte an den Außenwänden:

Kräfte infolge Grundwasser 

Bei zu großen Kräften können hier erhebliche statische Schäden an der Bausubstanz in Gebäuden, welche nicht für diese Krafteinwirkungen geplant und gebaut wurden, entstehen. Zur Vermeidung dieser wird die Flutung der Keller empfohlen:

Neben der ersichtlichen Schäden an der Einrichtung im Falle von Wasser in den Räumlichkeiten kann es nach Fallen des Grundwasserspiegels bei höheren Wasserständen im Keller im Vergleich zur Umgebung zu weiteren Schäden an der Bausubstanz durch nun nach Außen drückendes Wasser entstehen. Um dies zu umgehen können Pumpen, welche das Wasser nach außen befördern, eingesetzt werden.

Bei weitersteigenden Pegeln können auch statische Probleme für das Erdgeschoss auftreten, denn auch dort wirken analog zu den Kellerwänden und dem Kellerboden die gleichen Kräfte. Das im Keller steigende Wasser kann gegen den Boden des Erdgeschosses drücken und so den ungewohnten und in den meisten Fällen von der Statik nicht vorgesehenen Lastfall einer Kraft von Unten zur Folge haben. Auch entstehen Druckkräfte auf den Außenwänden, welche in vielen Fällen noch größer sind, da die Wände des Erdgeschosses bei vielen Gebäuden wasserdichter sind als die der Keller und somit ein größerer Druck entstehen kann. Wegen dieser statischen Probleme ist es nicht zweckmäßig die Außenwände bzw. die Außenfenster und Außentüren auf mehr als eine Höhe von 0,6m wasserdicht zu gestalten, da die Standsicherheit oft nicht gewährleistet ist.

1.5.1. In welcher Form wird der Keller benutzt?

Eine angepasste Nutzung kann im Falle eines Hochwassers einen bedeutenden Teil der entstehenden Schäden verhindern. Das Ampelsystem zeigt an, welche Nutzungen bevorzugt (grün) und welche definitiv nicht umgesetzt werden sollten (rot). Bei den gelbmarkierten Nutzungen entscheidet der Einzelfall, ob man diese Nutzung eher als empfehlenswert oder nicht ansehen kann.

1.6. Wie hoch liegt ihr Erdgeschoß über der Geländeoberkante?

___________________ m

Diese Angabe wird für die spätere Einschätzung der Wasserhöhen an dem Gebäude in Abhängigkeit der Wassertiefen aus den Hochwassergefahrenkarten benötigt.

Niveau Geschoss über Geländeoberkante

 

1.7. Haben sie Öffnungen des Abwassersystems in ihrem Gebäude die unterhalb der Rückstauebene liegen?

1.7.1. Ist eine funktionsfähige Rückstauklappe oder eine Hebeanlage eingebaut?

Als Rückstauebene bezeichnet man den maximal möglichen Wasserspiegel der bei Rückstau im Kanalisationssystem auftreten kann. In der Regel ist dies die Straßenoberkannte an der Anschlussstelle, allerdings steigt diese bei überschwemmten Straßen mit auf die Höhe des auf der Straße befindlichen Wassers an.
Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren kommt es auch in den Abwasserleitungen der Gebäude zu einem Anstieg der Wasserspiegel, was zu austretendem Wasser an Sanitäreinrichtungen unterhalb der Rückstauebene führt. Das eintretende Wasser kann eine Mischung aus Regenwasser, Abwasser und dem Hochwasser des Gewässers sein, somit ist von einer starken Verschmutzung dieses Wassers auszugehen.
Um dies zu verhindern gibt es entweder die Möglichkeit Rückstauklappen oder Absperrvorrichtungen einzubauen oder das Abwasser mittels Hebeanlage und Druckleitung aus dem Haus zu befördern.

Dabei ist zu beachten, dass eine Rückstauklappe regelmäßig gewartet werden muss, um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

Rückschlagklappe 

Schutzmaßnahmen bei der Gebäudeentwässerung [Quelle: BMVBS, 2010/2013]

1.8. Kann Wasser auf anderen Wegen in das Gebäude eindringen (Fenster und Türen mit Anzahl)?

Das in das Gebäude eindringende Wasser kann von drei unterschiedlichen Ursprüngen sein:

  • Oberflächenwasser: kann durch undichte Türen, Fenster und Kellerfenster eindringen
  • Kanalisationswasser: tritt durch Rückstau im Kanalnetz ein
  • Grundwasser: kann durch undichte Kellerwände, den Kellerboden und an undichten Durchgängen in den Kellerwänden der Versorgungsleitungen eindringen

Mögliche Eindringpfade 

Die Anzahl der betroffenen Fenster und Türen ist für die spätere Kostenberechnung der Vorsorgemaßnahmen erforderlich. Auch gibt diese Frage Aufschluss darüber, ob ein Widerstehen des Hochwassers bei den gegebenen baulichen Bedingungen möglich ist. Beispielsweise wäre ohne Bodenplatte ein Wiederstehen zwecklos, da das Grundwasser ohne Probleme eindringen könnte.

1.9. Haben sie eigene Vorsorgemaßnahmen getroffen?

Diese Frage dient der Aufnahme der bestehenden Maßnahmen, welche wiederum die Kenntnis, über die Hochwasservorsorge, als auch den aktuellen Stand der Vorsorgemaßnahmen wiederspiegelt. Die Maßnahmen können, analog zu den Strategien im Umgang mit dem Hochwasserereignis,  in 2 Kategorien unterteilt werden: Widerstehen/Abschirmen und Nachgeben.

Wiederstehen/Abschirmen:

  • Dammbalkensystem
  • Druckdichte Fenster/Türen
  • Sandsäcke
  • Pumpensumpf

Anpassen:

  • Stromleitungen verlegen
  • Türen austauschbar gestalten (z.B. einfache Holzplatten, um Eintritt groben Schmutzes zu verhindern)
  • geflieste Böden
  • Heizung anpassen
  • Hochwasserangepasste Baustoffe
  • Wandverkleidung

1.10. Standsicherheit des Gebäudes: Liegt ihr Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Fließgewässer, sodass es im Hochwasserfall im Strömungsbereich des Flusses liegt?

Besonders in der Nähe von Fließgewässern, aber auch bei sonstigen Strömungen des Hochwassers in der Nähe von Gebäuden ist mit der Gefahr von Unterspülung zu rechnen. Hierbei werden lose Teile des Bodens unterhalb des Gebäudefundaments gelöst und weggespült, was die Standsicherheit des Gebäudes erheblich beeinträchtigt und im schlimmsten Fall zu dessen Einsturz führen kann. Um ein Unterspülen zu verhindern sollten die Fundamentkanten mindestens einen Meter unterhalb der zu erwartenden Erosionsgrenze liegen. Bei Gebäuden im Bestand kann der Schutz auch durch eine vorgesetzte Betonwand realisiert werden.

Schutz gegen Unterspülung [Quelle: BMVBS, 2010/2013]

 

Nutzung und Schäden

Die Fragen zur Nutzung und Schäden sollen Informationen zu der Vulnerabilität liefern. Hier werden gezielt nach monetären Schäden und Sachschäden in der Vergangenheit gefragt, um das Schadenspotenzial abzuschätzen und mögliche Verbesserungen der Nutzung auszumachen. Mit dem Schadenspotential und den möglichen Maßnahmen zur Verbesserung kann in der Auswertung auch eine Kosten-Nutzen-Analyse und somit das Potential der Maßnahmen durchgeführt werden.

2.1. Welche Nutzung des Gebäudes liegt vor/ist maßgebend?

Diese Frage dient als erste Einschätzung der Nutzung, bei gewerblicher Nutzung ist auch Fragenkomplex 3 zu berücksichtigen.

2.2. Gab es in der Vergangenheit Schäden durch Hochwasser an ihrem Gebäude?

2.2.1. Wie oft war Ihr Gebäude in der Vergangenheit von Hochwasser betroffen?

Eine Erfassung vergangener Hochwasser, welche zur Abschätzung der Dringlichkeit von Maßnahmen benötigt wird. Mögliche Trends können hieraus auch erkennbar werden.

2.2.2. Nennen Sie die betroffenen Stockwerke:

Diese Angabe gibt Auskunft über mögliche Wasserstände und lässt Rückschlüsse auf das Schadenspotential zu. 

2.2.3. Bitte kreuzen Sie die zutreffenden Schadensbilder an:

Maßgebend bei dieser Frage ist das Hochwasserereignis mit den meisten/größten Schäden vor eventuellen Vorsorgemaßnahmen. Zudem gibt diese Frage Aufschluss über mögliche Schäden.

  • Verschmutzung: in Form von Schlamm oder Treibgut, welches vom Hochwasser ins Gebäude eingetragen wird.
  • Beschädigte Einrichtungsgegenstände: Gegenstände, welche nicht fest montiert sind.
  • Beschädigte Wände: Schäden am Putz, Tapeten, Fliesen, Mauerwerk.
  • Beschädigte Haustechnik: fest montierte Einrichtungen der Haustechnik im Gebäude, wie zum Beispiel Stromkästen oder Heizungen, welche entweder durch eindringendes Wasser oder mechanische Einwirkungen beschädigt wurden.
  • Strukturelle Schäden an Gebäudeteilen: beispielsweise an tragenden Wände oder Stützen, die durch ein- oder austretendes Wasser oder vorbeiströmendes Wasser große Schäden erlitten haben.
  • Schimmelbefall: durch zurückgebliebene Feuchtigkeit.

2.2.3.1. Sind diese Schäden direkt nach dem Hochwasser aufgetreten und beurteilt worden, oder sind sie erst später aufgetreten bzw. sichtbar geworden?

2.2.4. Welche Maßnahmen haben sie getroffen?

Eine Renovierung beinhaltet lediglich die Beseitigung der Schäden, auf den Stand vor dem Hochwasserereignis, aber nicht zwangsläufig eine gezielte Änderung in Richtung der Hochwasseranpassung.
Anpassung der Nutzung ist eine Änderung der Nutzungen in Richtung einer geringeren Intensität.
Anpassungen der Gebäudeausrüstung finden sich unter den Fragen 4 ff., Bauvorsorgemaßnahmen in Frage 1.9

2.2.4.1. Wurden Sie bei der Durchführung der Maßnahmen von einem Fachbetrieb beraten?

2.2.5. Bitte kreuzen sie die zutreffenden Schadensbilder an, welche Sie, oder der durchführende Fachbetrieb, nun zukünftig unter Vorbehalt ausschließen:

2.3. Schätzen sie nun mit den von ihnen getroffenen Maßnahmen grob ab, welcher Schaden noch entstehen würde, wenn Wasser bei den verschiedenen Wasserständen in ihr Erdgeschoss eindringen würde:

2.4. Wie hoch schätzen Sie die Beeinträchtigung durch den Schaden des Hochwasserereignisses ein?

Angaben zu Schadenssumme lassen den etwaigen Nutzen von Maßnahmen in einer Kosten-Nutzen-Rechnung besser abschätzen. Die Summe der bekannten Schäden hilft bei der Einordnung und Relativierung von Kosten für Schäden eines Hochwasserereignisses und auch für die Kosten der Vorsorgemaßnahmen.

 

Gewerbliche Nutzung

Die Fragen für gewerbliche Nutzung sollen mögliche gewerbliche Nutzungen in den Gebäuden und mögliche Einschränkungen des Gewerbebetriebs als auch Schäden an dem Kapital des Gewerbes identifizieren. Zudem besteht die Gefahr, dass bei einigen Gewerben umweltschädigende oder gesundheitsschädigende Stoffe in hochwassergefährdeten Orten lagern.

3.1. Welcher Art gewerblicher Nutzung liegt vor?

3.2. In welcher Etage liegt die gewerbliche Nutzung vor?

Prinzipiell ist von einer größeren Nutzung von Kellerräumen in Überschwemmungsgebieten abzusehen, insofern es sich nicht um wasserunempfindliche Gegenstände, die beispielsweise dort gelagert werden handelt.

3.2.1. Lagern in den von ihnen genutzten, hochwassergefährdeten Etagen oder im Außenbereich umweltschädigende oder gesundheitsschädigende Stoffe?

Die Lagerung dieser Stoffe kann bei Austritt aus den Lagerungsbehältern und Vermischung mit dem Hochwasser nicht nur Schäden an den eigenen Gebäuden führen, sondern auch eine Gefahr für Dritte und die Umwelt darstellen. Somit ist dies bei der Standortwahl der Lagerungsstätten und der Sicherung der Lagerungsbehälter zu berücksichtigen und entweder zu gewährleisten, dass diese im Fall von Hochwasser zuvor in Sicherheit gebracht werden oder besser direkt an gefährdungsfreien Standorten gelagert werden.

3.3. War die Nutzung eingeschränkt oder nicht möglich?

3.3.1. An wie vielen Tagen war die Nutzung eingeschränkt oder nicht möglich?

Konkrete Angaben zu den Ausfalltagen lassen den etwaigen Nutzen von Maßnahmen in einer Kosten-Nutzen-Rechnung besser abschätzen. Diese lassen sich gegebenenfalls einen monetären Gegenwert umrechnen.

3.3.2. Wie hoch war der Schaden durch Ausfall der Nutzung?

 

Vorhandene Technische Gebäudeausrüstung (TGA)

Dieser Fragenkomplex soll herausfinden, wie gut die bauliche Ausführung und die technische Gebäudeausrüstung der Gebäude sind und soll so mögliche Empfehlungen zur Verbesserung dieser ausfindig machen.
Der erste Fragenblock bezieht sich auf die beim Bau verwandten Materialien. Die Bewertung der Baustoffe erfolgt unterteilt nach verschiedenen Bauteilen, wie zum Beispiel: Bodenaufbau, Wände, Außenhaut und Fenster, und mit Hilfe des „Anhang 1: Hochwasserbeständige (Bau-)Materialien  nach den Angaben der Hochwasserschutzfibel 2010“.
Die Bewertung der technischen Gebäudeausrüstung erfolgt nach VDI-Richtlinie 6004 Blatt 1, Stand: 2006-06, und umfasst 12 Kategorien, des Weiteren gibt diese Hinweise zur Ausführung und zu Maßnahmen vor und nach dem Hochwasser, welche bei den entsprechenden Fragen im Folgenden zusammengefasst vorzufinden sind.

4.1. Kreuzen sie die Baumaterialien der betroffenen Etage/n an:

Die Antwort gliedert sich in verschiedene Einsatzfelder der Baumaterialien: Baustoffe, Bodenplatte, Bodenaufbau, Bodenbelag, Wände, Außenhaut, Putz, Anstrich, Wandverkleidung, Fenster, Fensterbänke, Türen, Treppen.
Die jeweiligen Baustoffe basieren mit denen der Hochwasserschutzfibel 2007 mit einigen Ergänzungen. Die Baustoffe sind in Gruppen zur besseren Auswertung des Fragebogens unterteilt, angefangen von gut geeigneten, gut-mäßig geeigneten, je nach Art oder Einwirkzeit geeigneten bis ungeeignet, und ungeeigneten Baustoffen.

Die verschiedenen Baustoffe und Ausführungsformen besitzen jeweils eine unterschiedliche Widerstandsfähigkeit gegen Wassereinwirkungen. Es empfiehlt sich in der Regel bei Renovierungs/ - Sanierungsarbeiten nach einem Hochwasser Baustoffe oder Ausführungsformen einer widerstandsfähigen Klasse zu verwenden. Die Mehrkosten sind in der Regel gering, jedoch ist das Einsparpotential enorm, da diese nach weiteren Hochwassern im Normalfall nur gereinigt und nicht vollständig ausgetauscht werden müssen.

Im Folgenden sind die Baustoffe ihren Gewerken zugeordnet und in ihre Widerstandklassen unterteilt. Die Färbung erklärt sich wie folgt:

  • gut geeignet: diese Baustoffe sind bei richtiger Ausführung ohne weitere Untersuchung sehr gut geeignet und können bedenkenlos eingesetzt werden
  • gut bis mäßig geeignet: diese Baustoffe sind bei richtiger Ausführung ohne weitere Untersuchung gut bis mäßig geeignet
  • gut bis ungeeignet: diese Baustoffe müssen je nach Art und Ausführung von Fachkräften untersucht werden, da ihr Wiederstandeigenschaften gegen Wasser von gut geeignet bis ungeeignet reichen
  • mäßig bis ungeeignet: diese Baustoffe müssen je nach Art und Ausführung von Fachkräften untersucht werden, da ihr Wiederstand gegen Wasser nur mäßig bis überhaupt nicht gegeben ist
  • ungeeignet: diese Baustoffe sind nicht geeignet und sollten nichtverwendet werden, bei Renovierungs/ - Sanierungsarbeiten sollten diese auf jeden Fall ausgetauscht werden

4.2. Sind elektrische Anlagen in den betroffenen Räumen vorhanden?

Zu den elektrischen Anlagen nach VDI-Richtlinie 6004 Blatt 1 gehören:

  • Anlagen zu Verteilung elektrischer Energie
  • Kommunikationsanlagen
  • Gebäudeautomation
  • Brandmeldeanlagen
  • Einbruchmeldeanlagen
  • Verteiler, Lichtschalter, Haushaltsmaschinen, Computer und Telefone

Maßnahmen:

  • Ersatzstromaggregate und Kraftstoff in geschützten Räumen
  • Kommunikationseinrichtungen und Pumpen müssen auch bei Hochwasser funktionieren
  • etagenweise, sichere und gezielte Abschaltung des Stroms sicherstellen; entweder automatisch oder manuell auch mit Hilfe eines Notfallplans
  • Installation des Hausanschlusskastens, der Stromzähler und der Steckdosen mind. 0,5m über dem zu erwartendem Hochwasserspiegel anordnen

  • besondere Sorgfalt und Einsatz von standardisierten Betriebsmitteln die besonders Robust gegen Hochwasser sind (spezielle Isolierungen)
  • schnellere Deinstallation von Geräten durch Steckverbindungen und Vermeidung von Festinstallation
  • Anschlüsse und empfindliche Elektroteile lassen sich mit speziellen hochfluiden Kriechölen (zum Beispiel: Wet-Protect) behandeln, welche vor Korrosion schützen und die Trockenzeit erheblich reduzieren
  • Druckwasserdichte Hausanschlüsse [Frage: 4.11.]
  • Wasserdichte Leerrohre

4.3. Sind Einrichtungen der Trinkwasserversorgung in den betroffenen Räumen vorhanden?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

Leitungen:

  • die Einführung der Trinkwasserleitungen in das Gebäude müssen mit Abdichtungen
  • gegen drückendes und nichtdrückendes Wasser geschützt sein
  • die Leitungen innerhalb des Gebäudes sind durch Festpunkthalterungen gegen Verschiebung zu schützen
  • Rohrleitungen sind korrosionsgeschützt auszuführen
  • Zirkulationsleitungen sind zu vermeiden
  • die in die Überflutungsbereiche verlaufenden Leitungen müssen mit Absperrventilen einzeln absperrbar sein

Zirkulationseinleitung [Quelle: www.ecobine.de]

Anlage:

  • Wasseraufbereitungsanlagen, Trinkwassererwärmer und gegebenenfalls Druckerhöhungsanlagen sind möglichst in nicht bedrohten Gebäudeteilen zu montieren, sollte dies nicht möglich sein, so müssen sie in speziellen wasserdichten, geschützten Behältern installiert werden. Hierbei ist auch die besondere Ausführungen der Stromversorgung zu berücksichtigen.
  • nach Möglichkeit sollten keine Trinkwasserinstallationen in überflutungsgefährdeten Bereichen installiert werden

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • in überfluteten Bereichen nach äußeren Schäden suchen
  • wegen Kontaminierung und erforderlichen Keimfreiheit wird empfohlen Armaturen und Entnahmeventile zu ersetzen
  • Leitungen sind zu spülen und auf Verunreinigungen zu untersuchen
  • Wasseraufbereitungsanlagen sind zu prüfen

4.4. Sind Einrichtungen der Gebäudeentwässerung in den betroffenen Räumen enthalten?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • die Einführung der Abwasser und Regenleitungen aus dem Gebäude müssen mit Abdichtungen gegen drückendes und nichtdrückendes Wasser geschützt sein
  • Leitungen sind im Gebäude durch korrosionsfeste Festpunkthalterungen gegen Verschiebungen und Auftrieb zu schützen
  • Reinigungsöffnungen der Regenwasserleitungen schließen
  • Schmutzwasser kann gegebenenfalls durch Installationsöffnungen wie Bodenabläufe, Abläufe von Waschbecken, Duschen, Toiletten oder Hebeanlagen austreten, dies ist durch Rückstauverschlüsse oder Rückstauklappen zu verhindern

Schematische Darstellung eines Rückstaudoppelverschlusses

  • als Alternative zu Rückstauklappen können auch Pumpstationen und Hebeanlagen eingesetzt werden
  • die Anordnung von Hebeanlagen und Abwasserbehandlungen ist außerhalb der Gebäude vorzusehen

Schematische Darstellung eines Pumpensumpfes mit Druckleitung über die Rückstauebene zur Ableitung von Wasser ins Kanalnetz

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • überflutete Abflussinstallationen auf Schäden untersuchen
  • durchnässte Dämmungen auswechseln
  • Rohrleitungen auf Korrosion untersuchen

4.5. Sind Einrichtungen der Heizungsanlage in den betroffenen Räumen enthalten?

4.5.1. Welche Art der Heizungsanlage liegt vor?

4.5.2 Sind die vorhandenen Brennstofflager ordnungsgemäß gesichert?

Fernwärme:

  • Durchführungen von Fernheizungsleitungen, die in und aus Gebäude führen, müssen entsprechend abgedichtet sein
  • Fernheizübergabestationen sind gegen Verschiebung zu schützen
  • Feuchtigkeitsempfindliche Regelgeräte sind in Bereichen über des Hochwasserbemessungsspiegels anzuordnen
  • Haubenkanäle sind für die Aufnahme der Fernleitungen zu vermeiden, da sie mit Wasser volllaufen können und bei hohem Grundwasserstand Rohrschäden durch Bodenbewegungen entstehen können. In frostreichen Wintern besteht die Gefahr von Rohrbrüchen.

Haubenkanal

Heizungskessel:

  • eine Aufstellung des Kessels im Dachgeschoss oder auf dem Dach ist vorzuziehen
  • bei parallel geschalteten Wandheizkesseln in Kaskadenbauweise kann die Heizung auch bei überfluteten Untergeschossen betrieben werden, da diese einzeln absperrbar sind

Kaskadenbauweise

  • Umlauf-Gasheizer und wandhängende Heizkessel sollen geschossweise unabhängig vom Keller angeordnet sein
  • Holzpellets oder Hackschnitzel sind nicht in Hochwassergefährdeten Räumen zu lagern
  • sind Heizungskessel in Keller oder Erdgeschoss installiert:
    • rechtzeitig außer Betrieb nehmen
    • Ölbrenner demontieren
    • Ölleitungen verschließen
    • Gasbrenner dürfen nur vom Fachmann demontiert werden
  • Heizungsanlage frei von Strom schalten
  • Druckausdehnungsgefäß, Heizenergieanschlüsse und Ölbehälter gegen Auftrieb sichern
  • Leitungen der Brennluftzufuhr abdichten

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • Dämmmaterialien der Heizungsrohrleitungen, des Wärmeerzeugers, Schächte der Fernwärmeversorgung, des Wärmespeichers und der Kesselaußendämmung untersuchen und gegebenenfalls austauschen; Korrosionsgefahr / Wärmedämmung nicht mehr gegeben
  • durchnässte Fußbodenkonstruktion komplett entfernen, um den Estrich zu trocknen
  • Zähler und Regler sind vom Versorgungsunternehmen zu reinigen
  • Heizkostenverteiler müssen gewartet werden
  • Reglerköpfe von Thermostatventilen müssen bei Raumheizungen erneuert werden
  • Heizölbehälter, Leitungen, elektrische Ölstandsanzeiger, Grenzwertgeber und
  • Leckwarngeräte auf Schäden und Wassereintritt untersuchen
  • überflutete Wärmeerzeuger sind in der Regel nicht mehr funktionsfähig

4.6. Sind Einrichtungen der Gasinstallationen in den betroffenen Räumen enthalten?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • Einströmen von Hochwasser in Räume, in denen sich Gaszähler, Druckregelgeräte, Gasgeräte usw. befinden, durch Schutzvorrichtungen sichern
  • Entfernen oder sicheres Befestigen von Gegenständen die durch Umstürzen oder Schwimmen die Gasanlage beschädigen könnten
  • gefährdete gasbeheizte Wärmeerzeuger von Fachmann außer Betrieb nehmen
  • Gasleitungen dicht verschließen

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • betroffene Gasanlagen durch einen Fachbetrieb prüfen lassen

4.7. Sind Einrichtungen der Raumlufttechnischen Anlagen in den betroffenen Räumen enthalten?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • Raumlufttechnische Anlagen und deren Luftein- und Luftauslässe sind mindestens 0,5 m über dem Hochwasserspiegel anzuordnen, auch hier empfiehlt sich die Aufstellung im Dachraum

Anordnung Lufteinlässe

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • aus hygienischer und auch technischer Sicht müssen alle Anlagenteile, sowie die Luftkanäle und Dämmungen gereinigt, getrocknet und gegebenenfalls ausgetauscht und gewartet werden; es besteht die Gefahr von Schimmelbildung und Korrosion
  • eine Wiederinbetriebnahme darf erst nach einer erfolgreichen Hygienekontrolle nach Richtlinie VDI 6022 erfolgen

4.8. Sind Einrichtungen der Kälteanlagen in den betroffenen Räumen enthalten?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • hochwasserdichte Maschinenräume oder Anordnung der Maschinenräume in nicht gefährdeten Gebäudeteilen
  • Vermeidung ortsfester Installationen
  • Kühlgüter entfernen und Türen und Abdeckungen offen lassen
  • mobile Geräte entfernen
  • ortsfeste Geräte spannungsfrei schalten
  • bei Überschwemmung mit sauberem Wasser fluten

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • es muss damit zu rechnen sein, dass toxische Kältemittel (Ammoniak, Kohlenwasserstoffe, FKWs) aus der Anlage ausgetreten sind, somit ist bei Begehung der Anlagen Vorsicht geboten
  • Entscheidung der Wirtschaftlichkeit zwischen Erhalt und neuer Ausrüstung mit Kältefachbetrieben und Gutachtern
  • Reinigung der Gesamtanlage
  • feuchte Wärmedämmung erneuern, da diese nicht von selbst trocknet
  • überschwemmte Regelung, Steuerung und Betriebstechnik ist in der Regel nicht mehr funktionsfähig
  • Austausch bzw. Reparatur von Ventilatormotoren, Antriebsmotoren offener Verdichter und Wellenabdichtungen 

4.9. Sind TGA-Anlagen in den Außenbereichen vorhanden?

Allgemein ist auf eine Hochwasserangepasste Planung zu achten, dies betrifft: Zuwege, Garagen und Stellplätze, Übergabeschächte, Grundstücksumschließungen, Treibhäuser, tiefliegende Hof- und Terrassenflächen sowie alle in diesem Bereich befindlichen ober- und unterirdischen Einrichtungen und Installationen.

Empfehlungen für Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • Flächen unterhalb der Rückstauebene möglichst klein halten, soll Regenwasser von diesen Flächen in die Kanalisation eingeleitet werden müssen Hebeanlagen eingesetzt werden, welche in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktion hin überprüft werden sollten.
  • bei Einbauten oder Gartenelementen ist die Grundstücksentwässerung zu berücksichtigen, auch sollten diese nicht quer zur Strömungsrichtung liegen.
  • die Geländemodellierung soll durch entsprechendes Gefälle Oberflächen Abfluss ermöglichen und durch angepasste Oberflächenerosion vermeiden, aber dennoch Versickerung zulassen, dies kann durch Rasenbewuchs, Gittersteine oder auch Kiesflächen gewährleistet werden.
  • Hochwasserschutzbarrieren sollten mindestens bis über 50 cm über den Bemessungshochwasserspiegel reichen, Durchgänge können durch Dammbalken oder ähnliche Systeme verschlossen werden. Alle Barrieren müssen Nachweise bezüglich Standsicherheit, Kippen, Gleiten, Setzungen, Erosion, hydraulischem Grundbruch und Dichtigkeit erbringen. Auch ist mit einem Tunneleffekt bei nicht bindigen Böden zu rechnen, bei dem das Hochwasser unter dem Absperrbauwerk durch das Erdreich hindurch fließt.

Tunneleffekt

  • Hausanschlussschächte sind gegen Aufschwimmen oder Eindrücken durch Grundwasser zu schützen.
  • Wasserentnahmestellen im Außenbereich sind abzusperren, da diese durch Treibgut beschädigt werden können.
  • Unter- und oberirdische Heizöl-, Flüssigkeits- oder Gasbehälter müssen äußerem Wasserdruck standhalten und gegen Aufschwimmen gesichert sein. Die Belüftungsrohre sollten bis oberhalb des Hochwasserspiegels reichen. 

Wasserdruck auf Heizöltank

  • für hochwassergefährdete Garagen gelten die gleichen Ausführungsgrundsätze, wie für Gebäude. Sie dürfen nicht als Abstellräume genutzt werden und eventuelle direkte Zugänge zum Haus müssen durch wasserdichte Türen verschlossen werden.
  • elektrische Einrichtungen im Außenbereich (Steckdosen, Heizgeräte, Beleuchtung, Sprechanlagen,…) müssen vom Strom freigeschaltet sein
  • Müllbehälter, Gartenmöbel, Pflanzenkübel und Geräte müssen entweder in hochwasserfreie Lagerzonen gebracht werden oder aufschwimmsicher befestigt werden

4.10. Sind Aufzuganlagen in den betroffenen Räumen enthalten?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • Aufzugsmaschinenräume sollen im obersten Stockwerk oder auf dem Dach errichtet werden
  • die Böden der Unterfahrten sind mit Gefälle und Tauchpumpen auszuführen
  • die Schachtbeleuchtung soll in diesem Bereich wasserdicht sein, Steckdosen und Wartungsschalter sind zu vermeiden
  • Rufeinrichtungen sollen hier getrennt abschaltbar sein
  • Die Aufzugskabinen sind vor dem Hochwasser über die zu erwartende Hochwasserlinie zu fahren und die Aufzugsanlage ist elektrisch abzuschalten.

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • Unterfahrten leer pumpen
  • Schienensysteme, Zugangstüren und deren Antriebe sind von der Aufzugswartungsfirma zu warten
  • mit der zuständigen Behörde abklären, ob vor Wiederinbetriebnahme eine offizielle Abnahme erforderlich ist

4.11. Sind Leitungsdurchführungen innen/außen oder Durchdringungen in den Außenwänden vorhanden?

Maßnahmen vor dem Hochwasser:

  • Durchdringungen wasserundurchlässiger Bauteile sind wasserundurchlässig von Fachfirmen durchzuführen
  • Kabel- und Rohrdurchführungen sollen als Gruppendurchführungen zusammengefasst werden --> geringeres Fehlerrisiko

Gruppendurchführung [Quelle: www.uga.eu]

  • die Verbindungen sollen frei sich frei expandieren können, um so thermischen und mechanischen (Bodensetzungen usw.) Belastungen nachzugeben, sodass ein gewisser Bewegungsspielraum vorhanden bleibt (bis zu einigen Zentimetern)
  • Stemmarbeiten und das nachträgliche Einsetzen der Durchdringungen in die Wand sind nicht zulässig.
  • Kabel- und Rohrdurchführungen durch vorheriges Einbetonieren von:
    • Spezial Kabel- und Rohrdurchführungen
    • Flanschrohr
    • Mantelrohr
    • Bohrungen
  • Eine spezielle Art der Rohrdurchführung sind Brunnentöpfe, bei denen Stahl wasserdicht verschweißt wird 
  • Nachträgliche Abdichtungen können durch Injizieren von Flüssigkunststoffen (z.B. Acrylatgel, Polyurethan) erfolgen

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • sind die Leitungsdurchführungen auf Undichtigkeiten zu untersuchen
  • bei Undichtigkeiten sind die Leitungen von außen freizulegen und von Fachfirmen instand zusetzen

4.12. Sind Einrichtungen der Kommunikationsnetze oder Alarmschaltungen in den betroffenen Räumen enthalten?

Für die Einrichtungen der Kommunikationsnetze und Alarmschaltungen gelten dieselben Maßnahmen und Empfehlungen wie für die elektrischen Anlagen (siehe Frage 4.2).

Maßnahmen nach dem Hochwasser:

  • Die elektrischen Kommunikationsanlagen und Betriebsmittel sind durch einen Fachbetrieb zu überprüfen und gegebenenfalls in Stand zu setzten.

4.13. Ist das Auspumpen des Kellers während oder nach dem Hochwasserereignis vorgesehen?

4.13.1. Sind stationäre oder mobile Hochwasserpumpanlagen vorhanden?

4.13.1.1. Um welchen Pumpentyp handelt es sich?

4.13.1.2. Sind ausreichend Betriebsmittel/ Strom und das vollständige, passende Zubehör für die Pumpen vorhanden?

4.13.1.3. Werden die Pumpen und das Zubehör regelmäßig gewartet?

Im Fall der Bedrohung von Schützenswerten Bauteilen durch, trotz der Umsetzung der anderen getroffenen Maßnahmen, dennoch eindringendes Wasser können Bauteile durch Pumpen geschützt werden.

  • Hierzu werden in den schützenswerten Räumen betonierte Gruben oder Kunststoffschächte am tiefsten Punkt des Kellers in den Kellerboden eingelassen, welche dicht und abgedeckt sein müssen
  • die Stromversorgung für die Pumpen muss unabhängig von dem Strom des Kellers sein
  • die Ableitung des Wassers nach außen erfolgt über Leitungen bis über den Hochwasserspiegel 

 

Ableitung von Wasser

  • das Abpumpen muss allerdings in Verträglichkeit mit der Gebäudestatik geschehen
  • im Fall einer Kontamination mit Öl muss das Wasser von der Feuerwehr oder einem Fachbetrieb über einen Ölabscheider abgepumpt werden
  • auch Oberflächenwasser kann im Außenbereich auf diese Weise aus den schützenswerten Zonen gepumpt werden